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Spiele, Musik & Zufälliges

Üpdäätle 34 - Juni '17
bishop
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Moin!

Der Monat Juni steht bislang ganz im Zeichen von Pride, dazu kommen Prüfungen und vermutlich noch andere Sachen, die mit P anfangen. (?)

Nächsten Samstag ist Regenbogenparade in Wien, und heute wurde schon das "Pride Village" aufgebaut... für den gerade neugegründeten Verein - Bi* Visibility. Also die Leut, die ich letztes Jahr auf der Parade aus der Ferne beäugt hab.^^

Ich hab nun schon zweimal die Erfahrung gemacht, dass Standl-Hüten mir mehr Spaß macht, als es sollte. Ich meine, man sitzt ja eigentlich nur die ganze Zeit herum und wenn (wie heute) auch kaum Leute vorbeikommen, sollte es eigentlich langweilig sein. Nixdetzotrotz mag ich das. Es hat ein gewisses Flair, und ich beobachte gerne die Menschen. (Ich hab wenig bis gar keine Erfahrung mit Festivals, da ich die laute Musik nicht mag - und mit Menschenmassen kann ich auch nix anfangen, wenn ich keine "Daseinsberechtigung" habe, d.h. einen fixen Platz wo ich mich aufhalte, und wo ich auch grade sein soll)

Musik

Ich bin dabei, mich durch Tischtschenkos Werk durchzuwühlen. Bisher empfehlen kann ich:

- das Harfenkonzert
alle Assoziationen mit der Harfe - sanft und paradiesisch - werden gleich zu Anfang gebrochen, die Harfe spielt hart gezupftes Fortissimo, das manchmal nach japanischem Koto klingt.
zweiter Satz - Solo-Harfe, kombiniert mit Blechbläsern?! Hätte ich davor nicht geglaubt, dass das geht
ein dritter Satz mit Xylophon-Solo und Strawinsky-Anklängen
ein vierter Satz, der den Klischeebruch umdreht ins andere Extrem: Statt vollem Orchester nur 2 Flöten, Harfe, Sopran und Glockenspiel. Entgeht dem Kitsch dadurch, dass es eben so dünn besetzt bleibt - und ein Glockenspielpart, der "von mir sein könnte" insofern als dass er total random wirkt stellenweise.^^
nen fünften Satz gibts auch noch, der dann nochmal tragisch wird -
ingesamt ein erstaunlich abwechslungsreiches Stück.

- die Sonate für Klavier und Glocken (a.k.a. Sonate Nr. 7 mit Glocken)
der erste Satz beginnt mit Glocken als Warnsignal, Alarm, Alarm!
extrem markantes und geradezu stupide logisches Hauptthema (chromatische Tonleiter abwärts mit Verzierung und mit etwas ustwolskajanischem Gestus gespielt)
nochmal die Glocken, die verstörend intensiv sein können, obwohl nur einzelne Töne
alles irgendwie superklar strukturiert, das mag ich

- das Streichquartett Nr.4
mit 18-minütigem (!), monothematischen (!!) ersten Satz. Die schwerromantischen Harmonien würden mich nerven, wäre das ganze nicht so eine unkaputtbar stabile Konstruktion von eben wie gesagt erstaunlicher Größe.
und einem dritten Satz, in dem eine kurze Floskel immer wieder wiederholt wird, die dadurch enorm eindringlich wird
einzig der letzte Satz ist schwach... klingt nach (leicht jazziger) Folklore, aber doppelt so langsam, ohne Schwung, und ohne Sarkasmus.

... und andere mehr. Alles obgenannte findet sich auf Youtube (mit englischen Titeln, nach "Tichchenko" suchen) - das Harfenkonzert hab ich allerdings jetzt auf CD erworben. Eigentlich wollte ich das Klavierkonzert haben, bzw. eine bessere Aufnahme davon - es ist aber leider auf der CD genau dieselbe dumpfe Aufnahme drauf.^^ Aber eben auch das Harfenkonzert (bei dem ich das Gefühl habe, dass die Aufnahmequalität sogar ungewöhnlich gut ist, jedenfalls angesichts der durchwegs ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen ausgesprochen fein)

- - -

Aus den extrem langen aber doch monothematischen Formen, und auch aus der Methode, Melodien extrem logisch (und langweilig, vorhersehbar, aber dafür halt stabil) zu bauen, möchte ich mir gerne was mitnehmen... mal sehen. ;-)

Reisen

... gab es ja im Mai. Beide Forentreffen, auf denen ich war, waren ausgesprochen gelungen.
Im Zuge des zweiten habe ich auch einen kurzen Abstecher nach Kettenberg gemacht - das Stockhausenhaus ist allerdings von außen nicht ersichtlich, es gibt nicht einmal ein Schild. Ich hab also ein Foto von einem Wald, wo ich draufzeigen kann und sagen "da irgendwo drin ist das Haus von Karlheinz Stockhausen" :-D

Weltenbasteln

Meine Hauptwelt 1, Issoy, hat eine Generalsanierung verordnet bekommen, da werden jetzt also mal ganze Kontinente versetzt, und auch so grundlegende Dinge hinterfragt wie, was Meere eigentlich sind, und ob Wasser immer nach unten fließt.^^

Hauptwelt 2, Ngiana, blüht dieses Halbjahr, da kommen immer wieder neue Sachen dazu. Meine Südpolar-Orks überlege ich auch im Blog mal vorzustellen, aber wie viel Sinn das macht, weiß ich noch nicht.^^

Komposition / Aufnahmen
5 neue Gunnerkrigg Chords sind bereits aufgenommen (nur eine kleine Stelle muss noch ausgebessert und daher nochmal aufgenommen werden).
Zudem hab ich meine Klaviersuiten Nr.1 und Nr.3 komplett aufgenommen. :-) Beide Stücke sind von 2006, also schon bald elf Jahre alt, aber ich möchte auch mein "Jugendwerk" nicht verstecken. Die dritte Suite gehört aber ohnehin zu meinen besten Stücken aus der Zeit. Und ich hab sie großteils immer noch nicht aufgeschrieben, weil da seltsame Tremolos drin sind, bei denen ich bis heut nicht weiß, wie die genau zu notieren wären...
Leider hat mir bei einer Aufnahme ein Handy hineingepiepst (Mistdinger!), deswegen muss ich auch da noch etwas nachbessern.

Kompositionstechnisch kommt ca. alle 1-2 Wochen ein kleines Klavierstückchen dazu. Ans Orchesterstück gehe ich dann mit (hoffentlich) Schwung, wenn die Prüfungssaison um ist.

One May Fall Upward (2017)
bishop
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Eigentlich geht es mir zurzeit depressionsbedingt nicht besonders gut, und ich fühle mich auch nicht gerade kreativ. Heute Nachmittag hat sich das dann erst einmal in einer für mein Gefühl recht langweiligen Improvisation ausgedrückt, in der ich hauptsächlich einfache repetitive Muster endlos wiederholt habe, in langsamen Tempo. Zu mehr war ich gefühlt einfach nicht mehr fähig.

Aber mir kam dann die Idee, dass sich diese Art von repetitiven langsamen Tönen bestimmt in einem schnelleren Tempo ganz anders und deutlich effektiver anhören würde. Also Mikrofon gezückt, aufgebaut, und los.


https://www.youtube.com/watch?v=Apo_lOWEqNk

Das Ergebnis übertraf meine Erwartungen... es ist einerseits noch deutlich erkennbar aus einer miesen Laune heraus, andererseits aber durch das schnelle Tempo manisch-geladen. Das Prinzip "in langsamen Tempo improvisieren, dann beschleunigen" führt jedenfalls zu für mich spannenden Wirkungen.

Noch ein paar Beobachtungen:

- Repetition:
Was im langsamen Tempo stupides Herunterbeten ist, wirkt im schnellen Tempo als Bindemittel.

- Vorhersehbarkeit:
Bei dreifacher Beschleunigung brauche ich im langsamen Tempo dreimal so wenig Ideen pro Zeiteinheit, um zu einer gleichen Vorhersehbarkeit zu kommen. So wirken die Floskeln von "ich spiele jetzt einfach mal ein paar Dutzend fast gleiche Figuren chromatisch abwärts" im schnellen Tempo nicht einmal mehr repetitiv, sondern einfach nur energiegeladen. Würde ich tatsächlich ständig neue Motive bringen, wäre es im schnellen Tempo gar nicht mehr richtig möglich, zu folgen.

- Betonung:
Meine Spielweise war sehr ustwolskajanisch: ich hab so gut wie jeden einzelnen Ton hart angeschlagen. Das wirkt sich im schnellen Tempo aus, dass die einzelnen Figuren sehr deutlich heraustreten; die Töne sind kraftvoller, als es ein menschlicher Pianist in dem Tempo machen könnte, es geht ein wenig in Richtung Player Piano.

- Linearität:
Ich bin hier im Moment nicht nur von Ustwolskaja, sondern auch noch von Boris Tischtschenko beeinflusst; dessen Sonate für Klavier und Glocken hat sehr viele Motive, die auf geradezu pedantisch hohe Vorhersehbarkeit bauen - chromatische Tonleitern, die in festem Rhythmus abgearbeitet werden. Ich glaube, das ist etwas, das für viele meiner Komponist*enkolleg*en ein absolutes No-Go darstellt, aber ich tendiere auch immer stärker in die Richtung, die Vorhersehbarkeit eher nach oben zu schrauben als nach unten. Die "Nichts ist vorhersehbar"-Schule wurde schließlich im Serialismus/Punktualismus ohnehin schon ausgelebt. (Und auf andere Weise natürlich auch in postmodernen Collagen...)

So ich denn hoffentlich bald wieder an meinem Orchesterstück arbeiten kann, wird möglicherweise der Aspekt der Linearität, Vorhersehbarkeit bzw. das strikte Abarbeiten von einem Muster in den Mittelpunkt rücken.

death is ill-defined
bishop
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Is death fundamentally a bad thing?

For a few years, I had been convinced that the answer to this question was "Yes, let's get rid of it", but recently my opinion reverted back to "I don't know, but probably no."

The Anti-Death-Argument

I think that anyone who has at one point in their life been suicidal, or at least found themselves thinking about it, has a different relationship to death than other people. But then, even "normal" people say things like "everything needs to end sometime" or "the fact that my life is short makes it ever more enjoyable" or "an eternal life would be sooo boring".

I agree that some of these statements may just be popular because there is no known way of escaping death (within non-religious communities anyway) and people tend to cling to positions that are comfortable. It's hard to live in a world you believe to be fundamentally flawed. So to avoid that, you come up with explanations why the status quo isn't really that bad. Eliezer Yudkowksy phrases it like this:

"You know, given human nature, if people got hit on the head by a baseball bat every week, pretty soon they would invent reasons why getting hit on the head with a baseball bat was a good thing. But if you took someone who wasn't being hit on the head with a baseball bat, and you asked them if they wanted it, they would say no. I think that if you took someone who was immortal, and asked them if they wanted to die for benefit X, they would say no."
(source)

There is another argument, that goes roughly like this: "If you ask me today whether I want to die tomorrow, I will say no. Ask me on any specific day, the answer will always be the same, since I will always have more things to do than can be done on just one last day. Therefore, I want to live forever."

This one is less convincing to me, since it seems to depend on personal motivation. And as someone who regularly struggles with depression, there are often days where I just want this day to be over. This doesn't mean that I would want to die, of course. But can I really be sure that there would never come a day where it just is enough? I think I cannot, therefore, this "inductive" argument ultimately fails.

It is not a bad argument however; just because it doesn't get you to "I want to be immortal", I think, it should at least get you to "I want to live very long, possibly longer than the usual human life spans". And it is sad that it is not possible to achieve all life-goals - but then, there I would also have to insert talking about the privilege of being born in a rich country etc., since achieving any of my life-goals is already more than many (or most?) people on this planet can do. So I suppose it is even more sad that all those other people don't get to live their life to the fullest, and I feel it would be not very empathic of me to whine about how my life is less than the ideal three thousand years, or something.

Noli Timere Messorem

I grew up with Terry Pratchett´s Discworld books, and of course, his most popular character, Death. The idea that death isn't to be feared is such a central motive in Pratchett's books that I thought I have to include it into this post in some way.

In Mort, when the protagonist (who is Death´s azubi at the time) complains that there is no justice in the world, Death answers:
"THERE IS NO JUSTICE. THERE IS JUST ME."

There is something oddly comforting about the idea that death makes all equal. Every saint and every dictator, every philosopher and every fraud and every mass-murderer will eventually die. Whatever you achieve in your life, the end result for yourself will be exactly the same: Zero, null, non-existence.

Many religions subvert this message by adding on after-lives, dividing people into a binary heaven-hell system or reincarnation. I think that many people get drawn to religion because they have a deep-rooted fear of death. Mystic experiences, which can occur especially in a religious context, can take away that fear - but can they take away death? I don't think so.

There are several layers one might ask themselves whether they truly fear death. What does it mean - do I fear "being dead"? I don't think I can, since there is no such thing as a state of being dead. It's a non-state by definition, pretty much.

So do I fear dying then? I thought that I did, but in all honesty, dying itself seems to be a relatively uncomplicated process. It's just a life ending, and there is nothing left but to accept that, and all the pain that may or may not be involved in the process. What do I really fear? I think it is struggling against death. For example, if someone stabbed me with a knife, I would of course feel horrible pain, but I guess that the thing that would actually stress me out most is the thought of "is that it? am I dying? am I supposed to try to survive this or can I just give up?". Dealing with pain, if it is inevitable, is fine to me. Especially if I know that it will go away soon anyway. Which in case of dying, is pretty much guaranteed.

So no, I don't fear the reaper man. The only thing I fear is my own anxiety in the situation. Which, now that I write about it, seems a bit silly as well, so maybe there is not much to fear?

Greta Christina´s Timeline Argument

A while ago, I bought Greta Christina´s book Comforting Thoughts About Death That Have Nothing to Do with God. At the time, I was still in the "death is bad. period." camp, so I was very skeptical of it. Could there even be anything that is comforting about death, that is not ultimately another rationalization?

I got surprised, however, by this: No one can erase our life from the timeline of the universe. Sure, time might erase every last relict of my thoughts, so that in a few hundred years it will be as if I never lived - but I did. The fact that my life happened will always remain true.

It's quite possible that this is only another rationalization. But it got me thinking, and eventually lead me to the actual point of this blog post: Death is ill-defined. More of that later; first I need to ramble on about a few other things. ;-)

Uploading your Mind, Clones and other SF

Despite Philosophy of Mind not really endorsing Functionalism (to say the least), many people continue to believe that the current state of science implies that everything that we are is encoded in the function of our brain, in brain-states, and that it is therefore theoretically possible to get a perfect scan of one´s brain, and replicate the functionality on a computer.

Or maybe it doesn't work on a computer, but instead you build a clone that is identical to you in behaviour. The transporter in Star Trek does the same thing: completely disassembling a body, and re-building it somewhere else. It's cloning, and the only reason you don't have two identical people afterward is that it's built into the setting that the first body always get's destroyed before the second one shows up.

In all these cases, the principle is the same: By some super-advanced technology you are able to scan the personality and rebuild it somewhere else. I am super irritated by people who point at this and say "Huzzah! With this technology I will escape death!". It is true, that from an outside perspective, the clone is the same as the original. So, for every other person around, the person didn't die. Indeed, the person didn't die, but why do we place so much value on the concept of a "person"?

Say I have the technology to get myself a perfect copy (a clone) of myself as I am right now, to replace me after I died a natural death. If I'm able to do this... well, I could make some improvements, couldn't I? No reason my newer body should suffer from the same illnesses and conditions that I do, right? So, let's remove those. Oh, and maybe there is a way to make the clone better at concentrating on things? Better at math? Better at remembering vocabulary?
Just more intelligent overall?

If I follow this line of reasoning, what I end up with as a "clone" will not resemble the current me anymore. It might still look like me, if I choose that it does; it might have my name - if I choose that it does, but why would I? Names are relatively arbitrary and also subject to change within a life. It might have memories of my life - but not all of them, since there are some things I could decide that future-"me" doesn't have to know.

So, if I can say that this clone is me, then what is the "me" I am referring to? It seems that in order to answer this question, I would have to define myself first. And the definition must allow for change, otherwise it would exclude my 60 year old self, that may or may not at some point look back on this text that their "predecessor" has written here. Well, it should include some variability at least: Since I am constantly changing, a definition that only encompasses one single state of mind including random facts like body temperature, whether I'm hungry or not, whether I am tired or not, etc. would not make much sense either.

Definition of Me

I may have a tendency to go with minimal definitions. ;-) So what I eventually came up was something like this:
1) I am an entity
2) that has subjective experience / perspective
3) that does a lot of creative stuff (enjoys very much to do creative work)
4) is able to think intelligently about issues (ie I'm not a lesser mammal, IQ as such is not defined)
5) ... ?

It isn't a long list. If you remove only one of its tokens, then I would say you have killed me. That means, if I get old and permanently lose the ability to think straight or be creative, I (now) would not consider that "me". The real me has died when it no longer fit the definition. The person that is still around is just a relic - the same way every text I have written is a relic.

But there is a much bigger problem with this minimal definition: It fits a lot of people. In fact, one could argue that it fits most of humanity, or at least a huge chunk of it. By this definition, I already am immortal, as strange as that may sound. What a relief! :-D

Of course, not everyone will find use in such a basic definition. But I do actually not care that much about this instance of me ( *points to their body* ). I want humanity to survive, I want creativity and intelligence, subjectivity, perspective, ... I want these traits to survive in the universe.

I am an Individual?

My minimal definition does not include gender identity, name, family, nationality, even experience, memory, and personality traits. I can't bring myself to take any of these serious enough that I'd say they define me. Would it kill me if I drastically changed my personality? It would seem so to the people around me, but I'm not sure I would see it the same way.

Do I value personality? Do I value individualism, individual quirks? YES of course I do. But it doesn't matter to me *who* has them. This may sound strange, but if I could exchange one strange unique detail of myself with one equally unique thing from someone else, wouldn't the end result be kind of similar?

I enjoy thinking about which events of my life formed my personality. Heck, I embrace the term "special snowflake" for myself - we all are special and every individual does have different needs and desires. But if something else happened in my life, I would enjoy thinking about that too. It may make the "me" of the current timeline unique, but every other version of "me" in other timelines is also unique.

So we're immortal or what?

Counter-argument: "Caring about the specific details of one's life (or other people around us) is what MAKES us human."

If that is true, we just need to add that to the definition and insure that our offspring in the far future also feels like that.

"But the real problem is not our own death. It's the death of our relatives, our friends, that we're trying to prevent."

Yes. And I think it is very natural to want to preserve a relationship - that's what dying means in this context. We mourn because we can no longer contact a real-life physical representation of the person that we still have a concept of in our mind. (If there was no concept, we wouldn't mourn, because we wouldn't know that we lost someone)

I don't advocate that we should be completely careless about death, that we shouldn't grief, or anything like that. I just think that some of the current ideas about defeating death - uploading the mind, cryonics, cloning - are pretty much useless, because they work with a badly defined concept of death. Basically, the death they work to defeat is not the death that I care for.

By all means, let's put our focus on ensuring that more people will have more life-time that they can enjoy. If anti-aging is a way to do that, okay. But personally I would like to see a focus on quality of life rather than quantity. That could mean helping other people to achieve their goals, or it could mean developing methods for your own personal growth. Both seems fine to me. :-)

Jundurg

MIJSU #24: Boris Tischtschenko - Klavierkonzert
bishop
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Music I Just Stumbled Upon # 24

Diesmal werde ich dem Titel mal gerecht, weil ich da eben wirklich grade drübergestolpert bin, und aus einer komischen Laune heraus das Konzert jetzt einfach seit gut 3 Stunden in Dauerschleife gehört hab (vor allem, weil ich gut nebenher schreiben konnte, und mir nicht ständig andere Musik suchen wollte, um eine konstant ähnliche Schreib-Stimmung aufrechtzuerhalten)


https://www.youtube.com/watch?v=R_PT9QE76lg

Die Aufnahmequalität ist definitiv nicht besonders gut, irgendwie dumpf, aber das stört mich heute gerade nicht so.

Tischtschenko ist halt irgendwie ein Abkömmling der Leningrader Schule - die mir halt nun mal vertraut wirkt. Es ist nicht so, dass mir irgendein Tischtschenko-Werk bislang besonders positiv aufgefallen wäre, aber gleichzeitig finde ich auch keines richtig schlecht. Es ist ein bisschen Prokofjew drin, und etwas Schostakowitsch, und ich will mir zumindest einbilden, auch etwas - ein paar Salzkörner von - Ustwolskaja...

Naja, irgendwie eignet sich das Stück einfach als Hintergrundmusik zum Schreiben - es ist komplex genug, um nicht durch Unterkomplexität auf die Nerven zu gehen (d.h. dadurch, dass irgendwas zu symmetrisch verläuft, wodurch mein Geist darauf stärker fokussieren würde?) und hat gleichzeitig keine emotionalen spitzen Kanten (plötzliche Stimmungswechsel), die ebenfalls meine Aufmerksamkeit brauchen würden, bzw. mit der Zeit anstrengend sind. (Was in diesem Fall vielleicht sogar ein bisschen an der dumpfen Aufnahme liegen könnte o_O )

Naja, ich weiß, hab dazu nicht viel spannendes zu sagen, aber der Blog braucht eh ein bisschen Leben. ;-)

Üpdäätle 33 - Mai '17
bishop
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Moin.

Ich gebe hiermit mal ein Lebenszeichen für diesen Blog. Dass es hier so still ist, hat verschiedene Gründe, und nicht alle davon sind gut.
Ø - Einerseits beschäftigt mich mein Studium im Moment relativ konstant. Es ist zwar nicht so, dass ich tatsächlich keine Zeit hätte, so fleißig bin ich nicht, aber ich habe - depressionsbedingt - nicht so viel Energie, und zumeist braucht der normale Uni-Alltag schon einiges davon auf.
Ø - Zweitens komme ich bei all den Projekten, die mit dem Blog gekoppelt sind, nicht recht weiter. Ich würde ja gerne dokumentieren, was es neues von meinem Orchesterstück gibt, aber dazu müsste ich halt erstmal etwas neues machen.
Ø - Die Osterferien, in denen ich mir genau das unter anderem vorgenommen hatten, waren desaströs für mich; ich war eine Woche krank (mit Infektion im Halsbereich) und die zweite Woche hat mich die Depression erwischt (vermutlich weil man depressiv wird, wenn man eine Woche lang nur rumliegt und die tausend Dinge, die eins sich vorgenommen hat, nicht machen kann). Von der Infektion ist sogar noch immer ein Husten übrig.

Musik

Ich bin zurzeit ungeheuer pragmatisch. Da ich mehrmals die Woche knapp an Deadlines für die Uni schramme, habe ich die komische Gewohnheit, mir zu diesen Zeitpunkten während des gestressten doch-noch-endlich-was-Zusammenschreibens recht trashige Computerspielmusik anzuhören, nämlich solche, die ich absolut in-und-auswendig kenne, und die daher sozusagen keinerlei Energie von der Arbeit abzieht, aber den musikalischen Teil meines Geistes in Schach hält.

Während ich zu Ostern krank herumlag, hatte ich, wie das bei mir immer so ist, ein Bedürfnis nach langsamer und "gesunder" Musik. Also vor allem Galina Ustwolskaja (dabei v.a. das Spätwerk, das Frühwerk wäre teilweise zu stressig) und Avet Terterian. Terterians fünfte Sinfonie, von der ich nur eine relativ schlechte Youtube-Aufnahme habe, hat sich dabei besonders positiv bewährt. Und die Komposition Nr.3 von Ustwolskaja, die etwas enorm relaxendes hat für (m)einen kranken Geist.

Inzwischen vergeht viel Zeit und ich achte wenig darauf, was ich höre, also ziemlich Kraut und Rüben. Strawinsky's Sacre hab ich mal wieder aktiviert. Hier bewährt sich meine präferierte verkehrte Reihenfolge: Immer erst den Teil 2 hören vor dem Teil 1. Warum das so einen Unterschied macht, weiß ich nicht so recht. Ich mag vielleicht auch einfach das Fagottsolo am Anfang nicht so besonders, und wenn ich Musik aufdrehe möchte ich nicht als erstes gleich dieses hören...
Man sieht daran schon meine relativ "unprofessionelle" Haltung zum Hören im Moment.

(Warum muss ich nun an Kreidlers Hör-Arbeit denken? :-D )

Sprachen

Gerade die letzten zwei Wochen hat mich wieder ein wenig der Sprachentick gepackt... auf Duolingo befleiße ich mich also gerade damit, Türkisch zu lernen. Praktischerweise hab ich mir dazu auch noch eine neue (zweite) Tastaturbelegung installiert, sodass ich jetzt nicht mehr nur lettische, sondern eben auch türkische, aber auch noch jede Menge anderer Sonderbuchstaben ganz einfach tippen kann.
Đıėşęś măçht miŗ ðôch ėıńiğę Frëųdė. :-)

Größenwahnsinnig, wie ich nunmal gelegentlich bin, hab ich mir auch noch ein Buch auf Türkisch bestellt - Terry Pratchett's The Wee Free Men bzw. Köçük Özgür Adamlar. Das ist schon eine ganze Weile, das ich das zuletzt gelesen habe, aber ich hab das Buch auch englisch herumliegen und werde also zumindest auf die türkische Version draufstarren, auch wenn ich (realistischerweise) nur vereinzelte Wortfetzen erkennen kann.

Reisen

"Reisen" ist jetzt nicht so der typische Unterpunkt für ein Üpdäätle, da ich kein besonders reisefreudiger Mensch bin; aber da an den nächsten zwei Wochenenden zwei Forentreffen anberaumt sind, beide Male in NRW, mag ich das schon kurz erwähnen. Es sieht momentan so aus, als würden es für beide Foren das jeweils zahlenmäßig größte Treffen sein, auf dem ich bisher war. Such excite! Amaze.

Weltenbasteln

Da hab ich mich weiter an meinen Orks ausgetobt, und ihnen ein Geschlechtersystem verpasst, mit sechs verschiedenen (sozialen) Geschlechtern. Wie die alle noch miteinander zusammenhängen, und wie sie dann noch von jeder Orkkultur nochmal ein bisschen anders gesehen werden, dazu hab ich noch eine Menge zu überlegen. :-)

Philosophie

Ich sitze ja in einem Spinoza-Seminar, und hin und wieder verstehe ich sogar, worum es geht. :-D Die besten Erkenntnisse sind aber - das ist wohl öfter so - die, die sich eher nebenbei ergeben. Konkret die Unterscheidung zwischen Realdefinition und Nominaldefinition. Wie diese Begriffe jetzt genau verstanden werden und von wem, da weiß ich jetzt noch nix besonderes drüber... ich gehe jetzt nicht weiter drauf ein, da ich müde bin und eh nur Halbwissen von mir geben täte.

Politisches...

Leider bin ich letztes Wochenende auf sehr unangenehme Weise zwischen die Fronten geraten, und wurde von einer - das muss ich leider so sagen - radikalisierten Person verbal angegriffen und halb-öffentlich zur Schau gestellt, weil ich mich ihrer Meinung nach nicht deutlich genug positioniert habe. (Stichwort: "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns") Ich hatte selbst nicht damit gerechnet, dass mich das so stark treffen würde, aber leider habe ich offenbar eine weitaus dünnere Haut, als man mir von außen oft ansieht.
Allzuviel möchte ich darüber nicht sagen, nur, dass ich die letzten Tage von Zwangsgedanken verfolgt werde, ich ständig von allen möglichen Dingen wieder an den Vorfall erinnert habe, und generell Schwierigkeiten habe, mich in meinem normalen Alltag zurechtzufinden.

Insofern muss ich aus eigener Erfahrung jetzt leider sagen: Öffentliches Anprangern ist ein Akt von psychischer Gewalt, und zwar immer. Es mag wohl Fälle geben, wo dies trotzdem das geringere Übel ist (wenn es darum geht, andere Menschen vor jemanden zu beschützen, und das verstehe ich ja auch), aber leichtfertig sollte niemand mit solchen Dingen umgehen.

Ich werde aus dieser Erfahrung jedenfalls mitnehmen, dass ich in Zukunft viel paranoider sein werde gegenüber Menschen, und meine Toleranzgrenze, was Trollen und aggressives Verhalten angeht, sehr weit hinuntersetzen. :-/

Damit beschließe ich dieses Üpdäätle. Ich hoffe doch sehr, dass es bald wieder mehr Positives zu berichten gibt. :-)
Jundurg

MIJSU #23: Emily Howell, Shadow Worlds
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Music I Just Stumbled Upon #23:
Emily Howell: Shadow Worlds

Emily Howell ist ein Computerprogramm von David Cope, und vermutlich immer noch das fortgeschrittenste Experiment algorithmischer Komposition (wahrscheinlich nicht mehr lange). In den letzten Jahren waren nur kurze Ausschnitte ihrer Werke online, aber letztes Jahr scheint sich da was getan zu haben und jetzt findet man Opus 1 bis 3 komplett auf Youtube. :-)

Opus 2 finde ich besonders spannend. Es ist ein Werk für drei Disklaviere, benötigt also keine menschlichen Interpreten. Einerseits ist es spannend, wenn Menschen ein computergeneriertes Werk noch mit ihrer eigenen Interpretation versehen, andererseits können Computer halt taktgenau perfekt spielen, was für manche Stücke wichtig ist.

So weit ich das verstehe, greift Emily Howell in erster Linie auf die Datenbank ihres Vorgängerprogramms Emmy zu - d.h. der Input ist ebenfalls bereits computergeneriert, allerdings deutlich näher am ursprünglichen Input, der aus ausgewählten Komponisten der Musikgeschichte bestand. Ich finde es schade, dass sich über die Details zu diesem Prozess so wenig im Netz finden lässt. David Cope verfolgt mit Emily Howell zwei Strategien, einerseits wenig Information preiszugeben, um eine Aura des Mysteriösen aufrechtzuerhalten - das Kompositionsprogramm als Black Box, das wie durch ein Wunder Musik ausspuckt - andererseits eine Reduktion auf eine sehr geringe Opuszahl. Das ist sinnvoll, weil sich dadurch auf diese wenigen Werke konzentrieren lässt.

Beim Vorgängerprogramm war es ja so, dass es ein Oeuvre produziert hat, das jeden menschlichen Komponisten in den Schatten stellt - mal eben tausend "Bach"-Choräle, hundert Sinfonien, usw. - dadurch ist das einzelne Werk aber total entwertet, und wird zur Massenproduktion, obwohl sich objektiv an der Qualität nichts ändert.

Diesem psychologischem Problem wirkt Cope also entgegen, indem er Emily Howell nur ganz wenig veröffentlichen lässt. Das finde ich prinzipiell eine gute Idee, allerdings würde ich mir dann eben wünschen, dass der Auswahlprozess transparent ist; dass ich erfahren kann, wieviele "Fehlversuche" einem Stück vorausgingen, wie die eventuellen Zwischenschritte aussahen. Ich bezweifle, dass Cope einfach nur sein Programm geschrieben hat, auf den Knopf gedrückt und das allererste Ergebnis veröffentlicht - und dann das Programm stillgelegt.

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Der erste Satz ist in einem Höllentempo, das vermutlich für die meisten menschlichen Pianisten kaum bewältigbar ist:
http://www.youtube.com/XCYqgNLkd4Y


Das finde ich musikalisch jetzt noch nicht so spannend, die verwendeten Skalen sind nicht uninteressant, aber abgesehen von der klar erkennbaren Bewegung aufwärts bleibt nicht viel bei mir hängen. Aber natürlich gilt: es gibt weitaus langweiligere Stücke, die von Menschen komponiert werden. ;-)

Der zweite Satz ist ein langsamer Satz, für mich bisher der Schwächste; die Melodie erinnert mich v.a. zu Beginn stark an Luciano Berios "O King" - war das in der Eingabe irgendwo enthalten? Ich will das wissen, grr!

Der dritte Satz allerrdings ist bereits recht interessant: Ein Akkord wird über mehrere Minuten rhythmisch komplex zerlegt. Ich glaube mich zu erinnern, dass eines der Klavierstücke von Stockhausen einem ähnlichen Muster folgt. (Deswegen wäre es hier eben wieder sehr spannend und mE wichtig zu wissen, was Copes Input war, und ob sich dieser von Satz zu Satz unterscheidet, und wodurch der Aufbau der vier Sätze zustande kam - ob die Viersätzigkeit eine Entscheidung ist, die das Programm getroffen hat, oder ob Cope sie getroffen hat.)

Der vierte Satz überzeugt mich musikalisch allerdings vollends:
https://www.youtube.com/watch?v=-Dg9lZN4qJg


Die Rhythmen sind komplex genug, dass ich sie nicht durchschaue, und die Melodien, die darüber liegen, sind auch komplex und werden stetig weiter verarbeitet. Das monotone Element, dass der Basston unverändert über die drei Minuten gleich bleibt, könnte man als "maschinell" kritisieren, ist aber gleichzeitig auch eine Stärke des Stücks. Viele Komponisten geben zu schnell nach, bleiben zu wenig konsequent bei einem (starken) Motiv.

Einzig würde ich den Schluss kritisieren - es hört eben einfach genauso auf, wie es begonnen hat. Eine leise Coda wäre doch nicht so schlecht; es fehlt mir irgendwie eine richtige Schlusswirkung, grad auch für einen letzten Satz. Das sind Planungsdetails, die ich jetzt auch wieder darauf schieben könnte, dass kein Mensch dahinter stand, dass das Formgefühl und das Gefühl der Abgeschlossenheit Menschen vorbehalten sei - aber das wäre Blödsinn. Ich weiß ja noch nicht einmal, ob die Form überhaupt auf das Programm zurückgeht, oder ob z.B. die Anordnung der Stücke von David Cope ist. Außerdem gibt es unzählige Kompositionen von Menschen mit ähnlich schwachen oder viel schwächeren Schlüssen. Und schließlich kann man auch die Notwendigkeit von Schlusswirkungen selbst ästhetisch hinterfragen...

In Response to John Borstlap (Music and Interiority) #2
bishop
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This is a reply to a blog post by John Borstlap, which can be found here:

https://subterraneanreview.blogspot.co.at/2017/03/music-and-interiority-nr-2.html

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>>>>That different people with different types of perceptive sensibilities experience different music differently, does not mean that the characteristics of the music concerned, can only be found in the listener.<<<<

I agree, if I understood that sentence as intended - not everything about music is entirely subjective. Most importantly, quality is not subjective (but hard to evaluate).

>>>>Compared on the point of pattern making, Bach is very regular and rather straight-forward in terms of timbre, and Boulez extremely rich in variety in both patterns and timbres. Listened to Bach in terms as with Boulez, Bach is rather boring. <<<<

Boulez is probably not a good example. If we do want to find polar examples, maybe Mozart and Merzbow would be good candidates - Mozart, because his music is regarded highly both by people with very little music education and experts (whereas Bach listeners, I would suspect, are a little bit more on the academic side)

And Merzbow, since that is literally noise - the genre of Noise. I would place Boulez´ pieces about in the middle of those two extremes; they would also fall on different spots individually.


The reason I find Bach´s music (mostly) boring has nothing to do with timbre, however. I am somewhat an odd bird (I think) amongst composers of my age, in that I tend to not care much about timbre - I am primarily interested in structures of melody and harmonic progression. I do find much of that in Boulez´s later works, but more directly in works of Bartók or Ustvolskaya. As a general principle, I tend to like music that still works when it is played by a music box - so the timbre is largely irrelevant.

>>>>But in music like Bach's, the pitches are tones in a musical network of relationships which together form an 'inner space' where energies flow from one note to the next and from one location to the next in a linear narrative, creating an imaginary space as if something flows like a river in a bedding, forming a structure from A to B to C etc., complete with directions, articulation points, balanced stretches and the like, creating a coherent structure in the mind during the performance. This creates a certain emotional effect in the listener, unfolding the many layers of meaning embedded in the structure. With Boulez, the pitches do not form such relations and do not create this inner space, and the patterns as such (and the gestures they make), is all there is.<<<<

I made a point to listen to the beginning of "Sur Incises" by Boulez before writing my response. I find all that you described there. Your whole paragraph describing your experience of Bach applies to my experience of "Sur Incises" - even to the point where I would use a similar metaphor describing it - "something flows in a river bedding" would become "something flows in a mountain river with waterfalls".

I also tried to listen to my feelings, my emotional response, and I found that I do respond emotionally, quite directly, to the gestures, patterns, and so on. I do not have to analyze the music in order to get that response. An analysis would probably bring more patterns to the surface that I didn't recognize, but those are not necessary. Again, the same thing happens with Bach, Mozart, usw. I do not analyze the music while hearing them, and I do get an emotional response - to some pieces - without consciously having to think about why.

The language you used in your description is quite vague, of course, because language is not really suited to express emotions and perceptions in detail. But as I am trying to understand your view of what music is, so far I have to conclude that perhaps I perceive other things in this way than you do.

Of course there is also music (or sound art, in your terminology) that does not make me respond in this way - however, I cannot generalize my experience and say "No one experiences X as music".

>>>> They derive not only pleasure from it, but feel the restoring effect of the listening experience. This is not some sort of nice romantic wishful thinking, but is evidenced by many music lovers, and has been described by people capable of putting such interior experiences in words.<<<<

I fully agree with that. The only thing I don't agree is your (in my view) rather arbitrary exclusion of some genres of music.

Writing about the experience of art music is a hard thing to do (again, because of limitations of our language) but a worthy task. Two things make it even more complicated: the variance of humanity and the malleability of the human mind. Variance - not every human perceives music in the same way; general truths about music are therefore hard to find; maybe there are just a few very broad statements. Malleability - perception and appreciation of (art) music is learned. I was not born liking atonal music, I gradually learned to like it over years of music education and exposure.

>>>>Music is 'non-conceptual' in the sense that it is abstract and can be put under different words and still function in the same way.<<<<

You make a valid point here, that is not at all reflected in the reception of music by the general public.

The exact same piece gets evaluated very differently if it is either

- written by someone in the 19th century
- written by someone in the 21st century (in a style that existed already in the 19th century)
- written by an algorithm (designed to write pieces in a style that existed in the 19th century)

That the focus is not on the piece itself but largely also on contextual information, is both a bug and a feature. It is a bug, because it limits our canon of - for example - romantic symphonies to never include equally amazing new pieces.
And it's a feature in that the contextual surroundings can add to the aesthetic experience. (ie if you hear a piece and get awestruck by the fact that someone could write it even in the middle of a world war)

I don't think there is an easy solution to this.

In my perception, my generation (I'm about 40 years younger) is less hung-up on aesthetic questions and we might see a change. To some extent, film music is filling in gaps, but it is rarely held to the same standards than art music, which it maybe should?

>>>>The essence of emotion is non-verbal and non-conceptual in a similar way, this is the way music relates to emotion at all: it is a psychic art, bypasing the intellect, and capable of resonating with emotional processes in the listener. Sonic art does not do that, and does not want to do that, it wants the listener to become aware of the 'object in itself' which is the work.<<<<

I think here you are confusing sonic art with conceptual music. There is nothing conceptual about atonal music per se.

On the other hand, I would argue that there was quite a bit of "becoming aware of the object in itself" in classical music. For a Haydn string quartet, there are different levels of understanding; one can just listen to the sound without having had any education; or you could be aware of concepts like "Sonatenhauptsatzform" and suchlike, but not be able to actually hear it; or you could be aware of the concepts and - maybe having analyzed the piece - be able to tell not only where a formteil begins, but also in which way it begins, all the fine details and jokes that Haydn put into the piece.

Are those details abstract, or conceptual? They certainly don't all bypass the intellect. The aspect of the piece that is resonating with emotions of the listener may be separate from that - but not always. I remember getting an emotional response by suddenly understanding a detail of a symphony intellectually.

Even in Serialism, the listener is normally not expected to intellectually understand what methods were used in the composition of the piece. Sometimes, composers even went out of their way to destroy their notes, because they were considered a distraction from the music. And sure, not all music is meant to create emotional responses - Stravinsky comes to mind - but it would be hard to find a genre that actually does not evoke emotions in any human being.

>>>> It can affect the listener as any thing in the outside world can affect him - like the repulsion one may feel by looking at the dirty, unmade bed of Tracey Emin, the British artist who put a dirty bed in a gallery as a work of art. It does not express anything as a painting of a dirty bed would, but merely presents the thing itself.<<<<

You make an interesting distinction between presenting "the thing itself" as opposed to a painting of it. I am having trouble connecting that idea to music, though.
If the thing itself is a sound, then sure, one could make sound art in that sense by just recording something and replaying it unchanged. This is happening quite rare - the idea of musique concrète for example was to take some sound and manipulate it in a way that it does no longer reflect its origin.

So, musique concrète might be an example analogous to the painting of a dirty bed.
Quite possibly I did not understand your point here.

>>>>But the accessibility of Western classical music does not automatically mean that everybody has the perceptive framework for it. There is a difference between accessibility and perception, if music is not understood it can still be and remain accessible, as a potentiality.<<<<

I fully agree.
It is the potential of being perceived as music that therefore must become the focus, rather than if it is perceived as such by a particular listener.

It seems to me that you are trying to define music in such a way that it would exclude not just "sonic art", whatever that is, but a lot of non-european music as well, since in order to appreciate those other traditions the listener must be trained in those rather than in the western european one. I wonder how far you would go with your definition, since at some point it would run the risk of excluding even western european folklore - like some traditional pieces for military drums, that are technically atonal since they don't have any pitched instrument in it.

>>>>Since music - all musics - are human, it is possible to understand any music from any tradition.<<<<

I also make that general assumption, but I'm not 100% sure of it - and of course, we would have to exclude people with Amusia, who lack the required brain functionality.

Also, we are soon approaching a point in time where computers will quite possibly create more music than humans - even within your narrowest definition. (For example, David Cope´s "Emily Howell" algorithm.)

>>>>Cultural relativism may open perception to other cultures, but may also 'remove' the properties of works of art and treating all art as merely existing in the perception.<<<<

My impression is that we (composers, music enthusiasts) are very bad at judging the quality of a new work, but we are collectively doing a relatively good job at judging the value of pieces that have been around fourty years or more. I can only hope that this trend continues, or that we find more and better ways to assess quality.

I remember reading about (your?) story of the composer who won a prize by letting his five-year-old son compose the piece by smashing the piano. There are many ways to interpretate this; one way is to say that juries don't do their job properly, or can't do their job properly for a variety of reasons; another is to say that we have managed to find quality even in randomness, so we are unable to see non-quality (I find that to be a weak excuse). Yet another would be saying that the actual work is conceptual, similar to Johannes Kreidlers "Fremdarbeit". Or neither of these. I don't know.

My only conclusion for now is that we need to get better at assessing musical quality - perhaps trying as many different approaches as possible until we find out which work best.

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(previously)

In Response to John Borstlap (Music and Interiority)
bishop
knopfspiel
About a week ago, I was stumbling upon John Borstlap´s blog, and in particular on his post "Music and Interiority" - to which I wrote a lenghty comment. I was half-expecting it to vanish in the web, but now I saw that he wrote a response. (link below after my text) Since I want to respond in a new blog post, I thought for context it would be good to have the first part of the discussion here as well, so this post is for my first comment.

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Here's John Borstlaps post "Music and Interiority":

https://subterraneanreview.blogspot.co.at/2017/03/music-and-interiority.html

And my comment:

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I was thinking about your distinction between music and sound art and how impossible it seems to me to draw a line between (or even make a meaningful non-eurocentric distinction at all) - so instead of arguing with myself I thought I would read what you actually have to say and think about it. So here I am.

>>classical concerts are sometimges 'sold' with the reassuring information that what audiences are going to hear, is exciting, fun, hip and the best entertainment choice within the wide range of contemporary free time spending.<<

I agree with that this is a bad strategy. It reaches into the question "why even promote art at all?" and if the answer is *just* for it's entertainment value, then obviously there is something wrong here.

>>But it addresses the listener's interiority, his inner emotional and reflective life which is as present, lively but also as non-conceptual as the art form itself.<<

I'd argue that the specific purpose of listening you name here is itself the conceptual aspect of the music.

>>where modern life has the tendency to draw-out the individual from his private psychological shelter into the outer world, classical music offers an alternative space where he can recover his inner awareness of Self and balance, and can take distance from the outside world with its many pressures.<<

That is a beautiful sentence - I agree, which is why it is very confusing to me that you then feel the need to proceed in the next paragraph to "sound art cannot do that" - because that is literally what happens when I engage in listening to what you would call sound art. It is not at all about the material, and all about inner awareness.

And I'd go even further and say: If there is something about a piece of music that is beautiful, our mind does not need to do any reflection on that, whereas if we encounter something that makes us feel uncomfortable, there is a lot to learn about your own perception, it is a starting point for personal growth. This point can be stated without referencing any particular style, because I think dissonances are common enough even in baroque music.

>>From this it follows that the materialistic nature of sonic art ( which is all about the sound as such) is not suited to such function, because it does not address the emotional realm which can be reached and touched by music with its expressive aims, with its psychological dimension.<<

It doesn't? Maybe our experiences are too different. But even as someone who doesn't particular like for example Lachenmann, I can listen to it and it tends to reach my "emotional realm" just as well, if not better, than baroque music.

I admit that the fact that J.S. Bachs music mostly does not reach me at all emotionally might be more of a personal defect of mine - but anyway. So, I'm not reached by Bach and you're not reached by what you call sound-art. Isn't that more of a personal thing?

>>Also music which balances at the edge of insanity like Schoenberg's Pierrot Lunaire and Erwartung or Berg's Wozzeck, is not the best means of re-confirming the Self - but at least it can function as a recognition, and as such: a confirmation, of the listener's inner turmoil, and where this turmoil is suppressed, such music can make it conscious which is in itself therapeutic.<<

Re-confirming the Self is an odd way to phrase it - I associate immediately some buddhist or hindu teaching, which is basically trying to get rid of the self. But I'm happy that you see therapeutic value in what you consider "music at the edge of insanity". I am pessimistic enough about our society to say that pretty much everyone surpresses a lot of inner turmoil all the time, which would make this kind of music sort of important...

>>But it seems to me that such music can only be located at the margins of the predominant meaning of the art form in general.<<

Art in general is on the margins of society - the fact that almost no one listens to something does not tell us much about quality; neither does pop-music become good just because masses of people listen to it.

So I don't even have a problem with putting the music I happen to enjoy at the margins of what people think of as music, because it already is. So is classical music, with the exception of a few names.

>>The best classical music is driven by two contrary energies: the one that binds, and the one that diffuses; the centripetal and the centrifugal forces, which can also be seen as reflecting the two main drives in the human emotional realm, or to put it differently: the balancing of order and chaos, or: regular structure and freedom.<<

I didn't understand your first sentence, but the balancing of order and chaos, that is pretty much an universal thing ... not even just in classical music, but probably in most art forms. It is also not something that distinguishes classical music from any other music at all... I am failing to see your point.

Is it that classical music is supposed to be all or mostly about this balance, whereas other art isn't?

>>Classical music is non-conceptual<<

To the extent that classical music is non-conceptual, so is sound art. If I think of something like Stockhausens Studie II as a classic example of electronic music, I can listen to it as something non-conceptual, just a piece of music, the same way I'd do with a Mahler sinfony - and I can listen to both as something conceptual, if I include information about what the time was, when it was written, what were the composers intentions, what name does the piece have and why, and so on.

>>also where it functions as emotionally-intensifying a text<<

I'm confused.

I suspect I do not understand the word "conceptual" in the same way. Maybe I'm wrong about it, but for me, the context of a piece is important - it is essentially a part of the piece. So is the name of the piece.

You can remove all that information. Let's say I hear a piece in the radio. I do not know it's title, nor it'S composer, I can just hear the way it sounds, and have a suspicion that it might be Bach. The way I listen to the piece might be called non-conceptual. Is that what you mean by it? Also, does it change if I do know more about the piece, like when it was written, for whom, for what intention, etc. ?

>>This makes it universal and understandable for listeners in very different times and places: it is contemporary for ever.<<

I remember the story of travellers who wanted to introduce classical orchestra music to an african tribe. The people listened to the whole recording, and after it was over, they said: "Very interesting, but the best part was the beginning" - and it turned out that they meant not the beginning of the piece, but the beginning of the recording, where the orchestra was tuning."

Of course, that is just an anecdote, and I just re-told it from memory, which is problematic - but if the general gist of it is true (and I think there are more examples of folklore that is *very* different from what europeans consider music) then the idea that european classical music is understandable for listeners everywhere is simply wrong.

It might be that because of the massive influence of european music on the world, there is practically no one left that is not influenced by it (with most pop music being essentially a spawn of european music amongst other influences). On the other hand, I was raised in a household soaked with classical music, from Bach to Wagner to Bartók, and somehow I cannot find anything emotionally pleasing about Bach whereas I love Bartók - so my european-classical-upbringing still leaves me *not* understanding something that you would maybe consider to be an universal appeal of music.

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That was more words than I though I would write; let me just say that I very much appreciate the fact that there are composers writing about music (it is still rare on the internet I'd say) and even if I happen to disagree, I like that there is the opportunity of discussion. Also, "interiority" could turn out to be a useful concept, even if I would end up understand it in a different way.

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And Borstlap´s response:

https://subterraneanreview.blogspot.co.at/2017/03/music-and-interiority-nr-2.html

Üpdäätle 32 - Mar '17
bishop
knopfspiel
Moin.

Das Üpdäätle ist die füllerartigste Blogkategorie, aber als Journal hat es für mich einen gewissen Wert, wenn ich nach Jahren darauf zurückkomme. Hoffe ich zumindest. Ich hole hiermit nach, den Monat Februar noch ein wenig zu dokumentieren...

Musik

Darüber hatte ich eh geschrieben - ich hatte mir eine recht lange Playlist aus hauptsächlich zeitgenössischer Orchestermusik gemacht.

Für März bin ich auf mehreren Schienen unterwegs; ich hab noch eine Playlist die ein bisschen weiter vertieft, was ich im Februar begonnen hatte. Ansonsten mache ich gerade einen Schwerpunkt zu Edgard Varèse (dessen Werke ich eh alle kenne, aber in den letzten Jahren selten gehört habe) - ich bin der Meinung, dass ich mir von dessen Schlagzeugparts etwas abschauen sollte; Rhythmik ist ein Gebiet, welches ich öfter vernachlässige. Meistens beschäftige ich mich eher mit Polymetrik, aber mit konkreten Rhythmen, die etwas komplizierter werden, meist nicht.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Schönberg; da habe ich mir mal die Kammersinfonien auf die Liste gesetzt, da ich diese einfach kaum bis gar nicht kannte. Und vielleicht werde ich ein paar weitere Erkundungen der Zweiten Wiener Schule anhängen.

Komposition

Irgendwie hätte ich gerne mehr bei meinem Orchesterstück weitergebracht, aber seit grob Ende Jänner steht das Projekt eher still.

Was ich mir für die nächsten Wochen vorgenommen habe, ist:

- mit der Transkription (ein bisschen) weiterkommen
- "Volkslieder" Melodien in allen geläufigen und selteneren Taktarten schreiben
- "Gewürz-Rhythmen" explorieren. (Deswegen der Varèse-Schwerpunkt)

Unter einem Gewürzrhythmus verstehe ich einen Rhythmus, der sozusagen nicht "tragend" ist für die Struktur eines Abschnitts, d.h. keine Melodie, sondern eher eine Hintergrundfarbe. Für meine Wahrnehmung ist diese Art von Begleitrhythmen typisch eben für Varèse... sonst habe ich das noch kaum so wahrgenommen. (Natürlich gibt es bei Varèse auch jede Menge andere Rhythmen. Aber mich interessieren gerade besonders die Passagen, bei denen hinter einem statischen Klang einige eher leise Schlagwerkklänge laufen; die Fläche aufrauhen)

Was die "Volkslieder" betrifft - vielleicht sollte ich auch auf Bartóks Begriff "Bauernlieder" umschwenken, oder mir einen ganz anderen Begriff suchen - möchte ich einfach das Melodienschreiben üben, und zwar mit bewusst einfachen Melodien. Da würde ich auch wieder an Variation bzw. Ableitung anknüpfen - ein und dieselbe Melodie in allen geläufigen und seltenen Taktarten? :-D Das wäre eventuell eben auch etwas, was sich während langweiliger Vorlesungen machen ließe.

Uni

Denn langweilige Vorlesungen werde ich bestimmt wieder einige haben. :-) Ich freu mich drauf, denn da kann man gut kreativ produktiv sein.

Aufnahmen

Drei weitere Stücke im Zyklus GKC werden demnächts hochgeladen, ca. 4 weitere sind in Vorbereitung, allerdings warte ich bis ca. Ostern, und einen Klavierstimmerbesuch ab.

Ich habe aber auch noch eine Menge Altlasten - eine Menge Aufnahmen von Improvisation-Interpretationen-Hybriden, zu meinem Stück "Tagebucheintrag Nr.1" - daraus möchte ich auch eine Auswahl zusammenstellen. Aus diesem Material wollte ich voriges Jahr ja noch mein Orchesterstück bauen, erst letzten Sommer hab ich diesen Plan dann verworfen zugunsten von "Sinope", das hoffentlich etwas mehr Bestand hat.

Philosophie

Ansonsten stand der Februar ganz im Zeichen der Philosophy of Mind - ich hab dann nämlich zusätzlich zu den ausgeliehenen Büchern (bei denen sich das Lesen leider zu zäh gestaltete) Audio-Podcasts und Vorlesungen gefunden, die ich mir dann über viele Tage hinweg reingezogen habe.

Begonnen hatte ich da mit einem Kongress über Panpsychismus (an der Uni Wien), von dem ich allerdings nur Bruchstücke verstanden habe.

Daher bin ich dann zu einem Einführungskurs übergegangen: A Romp Through the Philosophy of Mind (Marianne Talbot, Oxford University)

Und schließlich hab ich die Vorlesung von John Searle höchstpersönlich angefangen, bin allerdings hier dann steckengeblieben. Vielleicht hör ich das auch noch zu Ende.

Jedenfalls waren diese Sachen dann eher zu anspruchsvoll, als dass ich nebenher noch an meinem Orchesterstück arbeiten hätte können (wie es im Jänner für mich Usus war) - daher muss ich mir wohl explizit auch weniger intellektuelle Podcasts suchen. ^^

Auf ein Neues dann im April. Hoffentlich.

Grüßle!

Praise not the artists!
bishop
knopfspiel
I just found a text I wrote in early february this year; I did not finish it back then and while it really is not quite "finished", I thought I might publish it here just as well.

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Praise not the artists, praise the art work.

If the goal is to get to a world with the most amazing art, that is.

How could it work? I don't know if it can.

The current system is to create incentives for making great art by giving appreciation and money to only a few people who happen to fit the criteria for good art. That would work perfectly, were it not that the people who judge art are often also the people who benefit from the system. The criteria by which art works are judged are too heavily linked with the financial fortunes of individuals to be truly free to evolve in different directions.

The free market doesn't help either. All I can see there is that money flows to those who know how to either appease or provoke an audience. Thus, we get pop stars that cannot sing a straight note. We also get art works that cost large amounts of money just because they are from a particular artist, not because of their own merits. Which means as soon as someone gets famous, the quality of art can go down all the way to the bottom without consequences. It is admirably that this doesn't happen everytime, mind you.

So can we judge every work individually and anonymously? No we can't. We can't because context matters, and sometimes *who it is from* is a part of the art work itself, that cannot be removed without hurting the work itself. Admittedly that is not common in every sector of art. I am in favour of *sometimes* using anonymity as a tool to more fairly judge the quality of an art work. But as a general principle it too is flawed.

There are also situations where quality simply shouldn't be the focus. An artist must sometimes be free to make shitty art, as this attitude allows for a more free exploration of the field of possibilities. It is also true that every artist's life must include a fair deal of self-critique, ideally also to the point of total self-destruction and devaluation - this is another method of improving yourself.
Obviously, neither of these two extremes are good for your sanity.

...

(2017-02-10)

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